GESCHICHTE DES FRIEDEWALDES

Die Geschichte des Friedewaldes. Ein Wald im Wandel.

Die Geschichte des Friedewaldes reicht viele Jahrhunderte zurück. Seine Landschaft wurde von Eiszeiten geprägt, Menschen siedelten bereits in der Jungsteinzeit in seiner Umgebung und schon vor rund 3.000 Jahren entstanden hier Grabstätten. Über Jahrhunderte war der Wald Grenzgebiet, Jagdrevier und Wirtschaftswald – heute ist ein Teil von ihm wieder ein Ort der letzten Ruhe.

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Von der Eiszeit geformt.

Die Landschaft des Friedewaldes wurde während der Eiszeiten entscheidend geprägt. Zurück blieb eine abwechslungsreiche Kleinkuppenlandschaft mit Erhebungen, Senken und feuchten Bereichen, die dem Wald bis heute seinen besonderen Charakter verleiht.

Gerade diese unregelmäßige Geländeform erschwerte über Jahrhunderte eine intensive landwirtschaftliche Nutzung. Während andernorts Wälder gerodet und Flächen urbar gemacht wurden, blieb der Friedewald als großes zusammenhängendes Waldgebiet weitgehend erhalten.

So wurde aus einer geologischen Besonderheit eine wichtige Voraussetzung dafür, dass wir den Friedewald heute noch als Wald erleben können.

Die Landschaft selbst half dabei, den Wald zu bewahren.

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Rekonstruktion eines Hügelgrabes nahe der Moselwiese

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Ein Ort der Bestattung – schon in der Bronzezeit.

Bereits lange vor unserer Zeitrechnung nutzten Menschen das Gebiet des heutigen Friedewaldes als Ort der Bestattung. Archäologische Funde belegen bronzezeitliche Steinhügelgräber, die vor rund 3.000 Jahren angelegt wurden.

In dieser Zeit war die Brandbestattung bereits verbreitet. Die Asche der Verstorbenen wurde in Urnen beigesetzt und im Bereich der Hügelgräber der Erde übergeben.

Dass sich heute im selben Wald wieder ein Ort für Urnenbeisetzungen befindet, schafft eine bemerkenswerte Verbindung zwischen Vergangenheit und Gegenwart.

BRONZEZEIT · VOR RUND 3.000 JAHREN

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Vom Grenzwald zum Friedewald.

Im frühen Mittelalter lag der Friedewald in einem Grenzraum zwischen verschiedenen Siedlungsgebieten. Mit der Gründung der Mark Meißen im Jahr 929 begann eine neue Phase in der Geschichte der Region.

Der Wald blieb lange Zeit weitgehend unbesiedelt und diente als Grenz- und Bannwald. Seine geschlossene Waldfläche unterschied ihn deutlich von den zunehmend besiedelten und landwirtschaftlich genutzten Gebieten der Umgebung.

Im Jahr 1326 erscheint der Friedewald erstmals urkundlich. Damit beginnt die schriftlich belegbare Geschichte eines Waldes, dessen Entwicklung eng mit Sachsen und später mit dem Haus Wettin verbunden ist.

ERSTE URKUNDLICHE ERWÄHNUNG · 1326

Historische Karte zur Geschichte des Friedewaldes
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Jagdrevier und Forst der Wettiner

Über Jahrhunderte war die Entwicklung des Friedewaldes eng mit den sächsischen Wettinern verbunden. Der Wald diente nicht nur der Holzgewinnung, sondern vor allem auch als ausgedehntes Jagdgebiet der Landesherren.

Im 16. Jahrhundert gewann die Region mit dem Ausbau des Jagdhauses Moritzburg weiter an Bedeutung. Gleichzeitig wurde die Nutzung des Waldes zunehmend geregelt. Die sächsische Holzordnung von 1543 zählt zu den frühen Maßnahmen einer planmäßigen Forstwirtschaft.

Auch die Landschaft selbst wurde verändert. Wege und Schneisen erschlossen den Wald und verbanden wichtige Punkte miteinander. Ende des 17. Jahrhunderts entstanden ein systematisches Schneisennetz und der Tierpark – Strukturen, deren Spuren teilweise bis heute in der Landschaft erkennbar sind.

1543

Holzordnung und geregelte Waldnutzung

1556

Aufgabe des Dorfes Kreyern

1691

Anlage des Schneisensystems

1693

Einrichtung des Tierparks

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Vom Jagdwald zum Wirtschaftswald.

Mit dem Wandel von Gesellschaft und Forstwirtschaft veränderte sich auch die Bedeutung des Friedewaldes. Die herrschaftliche Jagd trat zunehmend in den Hintergrund, während die planmäßige Nutzung und Bewirtschaftung des Waldes an Bedeutung gewann.

Über Generationen wurden Waldbestände gepflegt, genutzt und neu begründet. Damit entstand die Kulturlandschaft, die den Friedewald bis heute prägt.

Nach dem Zweiten Weltkrieg änderten sich die Eigentumsverhältnisse grundlegend. Der Wald wurde enteignet und während der DDR-Zeit staatlich bewirtschaftet. Auch diese Epoche hinterließ ihre Spuren in der Entwicklung des Friedewaldes.

20. JAHRHUNDERT · FORSTWIRTSCHAFT UND WANDEL

Waldweg mit Holz
Waldruhe mit Wegweiser

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Ein neuer Abschnitt beginnt.

Nach der politischen Wende begann auch für den Friedewald ein neues Kapitel. Im Jahr 2002 wurde das Revier Kreyern von Rüdiger Prinz von Sachsen zurückgekauft.

Wenige Jahre später entstand die Idee, einen Teil des Waldes als Bestattungswald zu nutzen. Seit 2010 wurde dieses Vorhaben weiterentwickelt – mit dem Ziel, Menschen aus Dresden, Radebeul, Coswig und der Region eine naturnahe Form der Beisetzung in einem gewachsenen Wald zu ermöglichen.

Damit erhielt der Friedewald eine neue Aufgabe. Der Wald bleibt erhalten, darf wachsen und altern – und wird zugleich zu einem persönlichen Ort der Erinnerung. Mit der NATURRUHE beginnt ein neuer Abschnitt in der Geschichte des Friedewaldes.

Ein Wald mit jahrtausendealter Geschichte wird wieder zu einem Ort der letzten Ruhe.